Garchinger Sinfonieorchester

Florian Erdl

Florian Erdl wurde 1981 in München geboren. Er erhielt neben Violin- und später Klavierunterricht Stimmausbildung bei Gerhard Schmidt-Gaden seit seinem 6. Lebensjahr. Im Alter bis 12 Jahre sang er zahlreiche Solorollen an der Staatsoper Berlin, der Deut-schen Oper Berlin, der Hamburger Staatsoper, der Rheinoper Düsseldorf, der Frankfurter Oper, am Teatro Bellini in Catania, in den Philharmonien München und Köln, außerdem bei den Salzburger Festspielen, den Münchner Opernfestspielen und beim Händelfestival in Halle. Für Mozarts Oper "Apollo und Hyazinth" trat er in der Hauptrolle in verschiedenen Städten Oberitaliens auf, in Edinburgh bei Gian-Carlo Menotti, in Tokio und für die deutsche Uraufführung in authentischer Besetzung im Prinzregententheater München. Außerdem wirkte er bei einigen CD-Einspielungen mit. Florian Erdl arbeitete in dieser Zeit mit namhaften Dirigenten zusammen, u.a. mit Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Valérie Gergiev, Michael Gielen, Enoch zu Guttenberg, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, René Jakobs, Erich Leinsdorf, Lorin Maazel, Sir Georg Solti, Mario Venzago, Bruno Weil und Lothar Zagrosek.

Seine Dirigierausbildung begann Florian Erdl 1997; sein Studium im Fach Orchesterdirigieren/Korrepitition (nach dem Abitur 2000 in München) absolvierte er von 2001-2007, bei Gunther Kahlert und Nicolas Pasquet in Weimar, bei Bruno Weil in München, seit 2005 in dessen Meisterklasse. Von 2003 - 2005 studierte er Philosophie und Musikwissenschaft an der LMU München. Zu seinen Lehrern an der Hochschule zählten außerdem Anton Ruppert, Roland Voigtländer und Klaus von Wildemann. Seit 2009 nimmt der nochmals gezielten Unterricht beim ehem. Karlsruher GMD Anthony Bramall und Nicolas Pasquet in Weimar.
Er erhielt zudem privaten Unterricht von Peter Eötvös, Michael Gielen und Eji Oue.
Außerdem nahm er an Meisterkursen mit GMD George Alexander Albrecht, Konrad v.Abel und Jorma Panula teil.

Florian Erdl hospitierte schon während der Schulzeit an der Bayerischen Staatsoper München, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und bei den Münchner Philharmonikern. So fand er auch Gelegenheit, Werke mit den dortigen Dirigenten zu besprechen, etwa mit Peter Schneider, Ivor Bolton, Kent Nagano, Lorin Maazel, Marris Jansons, James Levine und Christian Thielemann. Für letzteren war Florian Erdl assistent conductor bei einer Bühnenorchesterprobe für Rheingold anlässlich der Berliner Wagner-Wochen 2003.
Florian Erdl war als musikalischer Assistent für Korrepition und Leitung von zahlreichen Bühnen- und Ensembleproben verantwortlich, so bei Konstantia Gourzi und dem oktopusensemble für neue und neuere musik, bei Phillip Vogler und dem Arcis-Ensemble und schließlich bei Bruno Weil und dem Georgischen Kammerorchester.

2005-2006 war Florian Erdl musikalischer Assistent für die Ballettmusik an der Bayerischen Staatsoper München, wo er auch das Bayerische Staatsorchester dirigierte ("Die silberne Rose").

Florian Erdl dirigierte während seines Studiums regelmäßig Opern (u.a. "Das Wachsfigurenkabinett" von Karl Amadeus Hartmann in der Reaktorhalle München, Rossinis "Cenerentola" und Weills "Die Sieben Todsünden" im Prinzregententheater München, Beethovens "Fidelio" in der Musikhochschule München und von anderen Opern große Teile im Rahmen von Assistenzen, siehe Repertoire) symphonische Programme (siehe Repertoire) und zahlreiche Uraufführungen.

Er leitete das Orchestre Interrégional Européen, das Orchestre National de Montpellier, die Babelsberger, Nürnberger und Münchner Symphoniker, das Philharmonischen Orchester Bad Reichenhall, das Georgischen Kammerorchester Ingolstadt, die Jenaer Philharmoniker, das Bayerische Rundfunkorchester, die Kammerakademie Potsdam, die Philharmonien Magdeburg und Gera, das Philharmonische Orchester Heidelberg, die Neue Lausitzer Philharmonie, das Orchester der Musikalischen Komödie Leipzig und der Oper Kiel.

Seit 2006 ist Florian Erdl Künstlerischer Leiter, Chefdirigent des BSM - Bayrischen Symphonieorchesters München. Mit diesem Klangkörper nahm er Beethovens 9.Symphonie auf CD auf (es singen Katrin Arnold, Alexandra Petersamer, Adrian Xhema und Christian Hilz, sowie der Pestalozzichor München).

Im Dezember 07 führte er mit Mitgliedern des Orchesters und Schauspielern der Bayerischen Theaterakademie Strawinskis Kammeroper "Die Geschichte vom Soldaten" in der Münchner Residenz auf.

2007 leitete er "Treffen" an der Bayerischen Theaterakademie, ein Gesamtkunstwerk aus Oper, Schauspiel und Tanz.

Seit 2008 ist Florian Erdl Künstlerischer Leiter des Symphonieorchesters Garching, mit dem er die großen romantischen Werke (Brahms: Ein Deutsches Requiem) und solche des 20.Jahrhunderts vorrangig zur Aufführung bringt, etwa Debussys "Aprèsmidi d'un faune", Prokofieffs 2.Klavierkonzert, oder Mahlers 4.Symphonie.

Florian Erdl spielte folgende Filme fürs deutschsprachige Kino, oder Fernsehen ein:

Film Orchster Jahr Komponist
(K)ein Bund fürs Leben Bayerischen Staatsoper München 2007 Christoph Zirngibl
Der Ruf des Geckos Bayrischen Symphonieorchesters München 2008 Markus Lehmann-Horn
Die Unbedingten

Münchner Philharmoniker

2009

Sebastian Pille

Penicillin

Münchner Philharmoniker

2009

Kampf um Germanien

Mitglieder der Münchner Philharmoniker, des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und der Bayerischen Staatsoper München

2009

Markus Lehmann-Horn

Die Hummel

Babelsberger Symphoniker

2010

Markus Lehmann-Horn

Liebherr Image-Film

Babelsberger Symphoniker

2010

Markus Lehmann-Horn

Human Factor

Babelsberger Symphoniker

2010

Markus Lehmann-Horn

Für die Olympischen Spiele 2008 spielte er mit der hierfür stark aufgestockten Kammerakademie Potsdam die Kürmusik für die mehrmalige Olympiasiegerin Isabel Werth ein.

Er dirigierte beim "Musikpreis 2009 des Kulturkreis Gasteig" eine Uraufführung von Gabor Mezei, sowie bei der Nacht der Filmmusik in München 2003 und 2009.

2010 ist Florian Erdl musikalischer Assistent von GMD Georg Fritzsch an der Oper Kiel für die Produktion "Die weiße Fürstin" von Marton Illés, die auch in der Münchner Biennale 2010 gegeben wird.

Florian Erdl wird von der Künstleragentur Neill Thornborrow in Düsseldorf vertreten.



Zurück

PRESSESTIMMEN

"Bereits beim Anblick der skurrilen Brille [...] war klar, dass bei diesem extravaganten Künstler keine Langeweile aufkommen würde. Tatsächlich erwies sich Florian Erdl als absolute Optimalbesetzung für Arnold Schönbergs "Verklärte Nacht". Sein tiefes formales und inhaltliches Verständnis für dieses expressive Werk äußerte sich nicht zuletzt darin, dass er [...]auswendig dirigierte. Mit zwingender Körpersprache und kantigem Gestus führte er das Orchester durch diese orgiastisch aufgewühlte Musik. Seine bis in die Fingerspitzen präsente Körperspannung forderte größtmögliche Konzentration vom Orchester und verfehlte nicht eine theatralische Wirkung. Niemals ließ Erdl das Gefühl aufkommen, den musikalischen Ablauf aus einer analytischen Distanz heraus zu steuern."